Erfassen der Gebäudenutzung sowie Simulationsdaten
Die Simulation der Anlage findet automatisch im Hintergrund statt. Mit jeder Änderung der Eingabe wird die Simulation neu gestartet und im Reiter Simulation dargestellt. Es handelt sich um eine stunden-aufgelöste Simulation unter Berücksichtigung des Klimas, der Wärme- und Stromlast sowie der eingestellten Anlagenparameter.
Während der Darstellung können alle Eingabedaten frei verändert werden.
Stromverbrauch/-bedarf: der gesamte Strom-Jahresverbrauch wird eingetragen bzw. automatisch ermittelt und vorgeschlagen. Die Vorgabe wird aus den verfügbaren Daten vorgeschlagen (Wohneinheiten, mittlerer Haushaltsverbrauch; bei NWG evtl. Nutzungs- und m²-bezogene Kenndaten). Besonders bei Nicht-Wohngebäuden oder anderen Anwendungen (Industrie) sollte in jedem Fall der konkrete Projektwert erfasst werden. Der erfasste Verbrauch wird über das Profil (s.u.) auf die Perioden (Viertelstunden) aufgeteilt.
Wärmeverbrauch/-bedarf: ähnlich wird mit dem Wärmeverbrauch verfahren. Ist das Modul in die Energieberatersoftware eingebettet, wird der bilanzierte Wärmebedarf vorgeschlagen. Ansonsten sollte hier der gesamte Wärmebedarf für Heizen inklusive der Anlagenverluste (Qoutg) erfasst werden. Programmintern wird dieser Verbrauch/Bedarf auf die Stunden des Jahres über die klimatischen Informationen (Außentemperatur, Heizgrenze usw.) aufgeteilt. Trinkwarmwasser und andere Verbraucher sollten separat in einem zusätzlichen Feld erfasst werden. Wenn die Bilanz gerechnet wurde, geschieht das automatisch. Ansonsten wird ein plausibler Anteil des Wärmebedarfs als Trinkwarmwasserbedarf (inkl. Anlagenverluste) angesetzt, bei Wohnnutzung z.B. 17%.
Strom-Lastprofil: Strom-Last: Für die Charakteristik des Stromverbrauchs – also die Verteilung des o.g. Stromverbrauchs auf die einzelnen Stunden/Viertelstunden des Jahres – stehen Standardprofile für die wichtigsten Nutzungen zur Verfügung.
- Haushalt (VDEW - H0)
- Gewerbe allgemein (VDEW - G0)
- Gewerbe werktags (VDEW - G1)
- Gewerbe stark abends (VDEW - G2)
- Gewerbe durchlaufend (VDEW - G3)
- Laden/Friseur (VDEW - G4)
- Bäckerei/Backstube (VDEW - G5)
- Wochenendbetrieb (VDEW - G6)
- Landwirtschaftsbetrieb (VDEW - L0)
- Landwirtschaftsbetrieb Mischwirtschaft/Tierzucht (VDEW - L1)
- übrige Landwirtschaft (LDEW - L2)
- Speicherheizung mit Tagnachladung (VDEW - S0)
- Speicherheizung mit unterbrechbarer Lieferung (VDEW - S1)
- Straßenbeleuchtung (VDEW - SB)
Benutzerdefiniert: Es gibt auch die Möglichkeit, ein eigenes Lastprofil zu verwenden. Dies stammt ggf. aus einer branchenspezifischen Quelle, aus einer Leistungsmessung des Stromnetzbetreibers oder aus einer hauseigenen Messung. Vielleicht ist auch eine Mischung aus verschiedenen Standardprofilen gewünscht. In diesen Fällen muss eine Vorverarbeitung stattfinden. Das Format ist einfach aufgebaut: es wird eine Textdatei (*.csv) mit 35.040 Zeilen benötigt. Diese repräsentieren die Viertelstundenperioden eines Jahres vom 1.01. bis zum 31.12. Als Werte stehen in dieser Datei jeweils der Tag; die Uhrzeit; und der Anteil der Periode am Jahresverbrauch.
Format: MM.TT. ; HH : MI ; Anteil Beispiel: 01.01. ; 00 : 00 ; 0,00003061
Bei Messungen liegen ggf. andere Werte bzw. eine andere Formatierung vor. In diesem Fall muss eine Umrechnung durch den Anwender (z.B. in einer Tabellenkalkulation) erfolgen. Das benutzerdefinierte Profil sollte im persönlichen Datenordner (Stammdaten) abgelegt sein und den Namen userlastprofil.csv tragen.
Besonderheiten wie Schaltjahre und Zeitumstellungen werden nicht berücksichtigt.
Klima: Angezeigt wird die geografische Lage des Objektes. Hierzu dient die erfasste Postleitzahl als Grundlage. Automatisch wird die passende Klimaregion aus dem Testreferenzjahr-System (14 Regionen) herausgelesen. Manuell kann diese Region jedoch angepasst werden (besonders exponierte Höhe des Objekt-Standorts).
Die hinterlegten Klimaprofile sind nicht nur Regional/geografisch untergliedert, sondern es gibt auch vorausschauende Profile für künftig erwartbare kalte Winter oder heiße Sommer.
Darstellung der Periode und der Inhalte: Umfassendste Darstellung ist die „Jahreslinie“. Hier werden die Daten für ein gesamtes Jahr dargestellt. Da hier 8760 Werte angezeigt werden, ist diese Darstellung zwar für einen Überblick, nicht aber für eine detailliertere Betrachtung geeignet. Hier kann man also besonders wichtige Perioden (Winter-, Übergang- und Sommerbetrieb) herausgreifen, indem auf Monats-, Wochen- oder Tagesansicht umgeschaltet wird. Für die Auslegung besonders wichtig ist die Darstellung der Jahresdauerlinie. Sie zeigt die nach der Größe sortierten Werte des ganzen Jahres. Hier kann also erkannt werden, wie lange eine Leistung gefordert ist, die über der Modulleistung liegt (=Volllastbetrieb).
Abb.: Jahresdauerlinien für Wärme (oben) und Strom (unten)
Darstellung der Inhalte: Für die Darstellung existieren 12 Themen, die einzeln und in Kombination ausgewählt werden können. Für typische und zueinander passende Betrachtungen gibt es einen Wahlschalter (frei – Wärme – Strom). Hier können z.B. die relevanten Informationen zum Thema Wärme (Bedarf, Arbeit des KWK Moduls, Arbeit des Kessels, Speicherung etc. mit einem Klick angewählt werden. Das gleiche gilt natürlich für die wichtigen Informationen zum Strom.
Abb.: Brennstoffzellenmodul (EFH) im Januar, Wärmeparameter, Modul läuft durchgängig
Darstellung der Jahresergebnisse und der Summen über bestimmte Perioden:
Die wesentlichen energetischen Jahresergebnisse sehen Sie in der linken Spalte auf einen Blick. Rechts erscheint die eingestellte (und im Graphen dargestellte) Periode, Monat, Woche, Tag oder Jahr.
In der oberen Hälfte sind es die Stromrelevanten Daten, unten zur Wärme und zur Laufzeit der Komponenten.
Hinweis: Gibt es im Objekt einen oder mehrere Stromspeicher (Batterien), so werden sie berücksichtigt. D.h. überschüssiger Strom kann bis zur Kapazitätsgrenze eingelagert und bei Bedarf abgerufen werden. Das senkt die Einspeisungen (für die nicht viel bezahlt wird) und den notwendigen Stromeinkauf (der teuer bezahlt werden muss).
Hinweis: In der Bilanzierung nach DIN V 18599 wird das Ergebnis „Wärmedeckung“ (in 18599 9:2016-10 „Kappa“ genannt) verwendet.